Stammheim 1977 – Erinnerungsfetzen

Die bombensichere Zellentür knarrte, vermischte sich mit leisem Quietchen rostfreien Stahls, frische Luft strömte zu abgestandenen Ausdünstungen, ein neues Gesicht, wohl ein Frischling, schob sich grinsend vorbei, legte Pizza, eine Flasche Rotwein auf dem Boden ab, verabschiedete sich mit einem fröhlichen »Gott segne Dich ...«
Nach dem dritten, gierigen Schluck kam der Neue noch einmal zurück, räumte penibel auf, klopfte an benachbarte Zellentüren, auch Gudrun und Jan wollten speisen.

 
Vierzig Jahre Rätsel lösen – damit ist nun Schluss. Schnauze halten oder zur Hölle fahren; kein Rechtsstaat mordet Gefangene einfach so dahin.

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