Das Ding

Das Ding fiel nicht vom Himmel, es hing am Himmel. Unter einem anderen Ding, verhielt sich auffallend lautlos, pendelte hin und her, richtete sich schließlich aus, grinste demonisch nach unten.
Was los, grübelte ich, betrachtete beide aus der Froschlage heraus, schrie hustend nach oben: »Alder, mach blos kein Stress, sonst hol ich dich runter!«
 
So schrie ich lange Zeit, drohte und zappelte, die Augen über eine Kampfschleuder gerichtet, ein illegales Sauding aus 68/17, die mir ein Straßenkämpfer vermachte bevor er erschossen eingetütet wurde.
Für den Notfall, sollte ich plötzlich in der Scheiße stecken. Nun, die Scheiße hing gerade am Himmel, aber: wo kam sie her, und wer hatte sie hinterlassen? Die Faktenlage war nicht zu übersehen, hing über mir, wollte analysiert werden. Immerhin konnte ich ein Naturereignis auschließen, dachte eher Richtung Weltuntergang, also nicht gerade harmlos, und schon gar nichts für nervenschwache Memmen.

Das schreckliche Ding sprach keine Sprache, war weder schwarzhaarig noch trug es Bart – ein haarloses Etwas ohne erkennbare Merkmale.
Ich fluchte sträflich, regulierte meinen Soundpegel soweit nach unten, um nicht als freilaufender Randalist für Schlagzeilen zu sorgen, schon gar nicht in schwierigen Zeiten unter kriegsähnlichen Bedingungen.
Das Ding verarschte mich, forderte mich schweigend zum Zweikampf auf, indem ich die Rolle des Opfers zu spielen hätte. Kar, wer sonst.

Nicht mit mir, seufzte ich erleichtert auf. Da ich noch auf beiden Beinen stand, keinen abschreckenden Zweitschlag einleiten mußte, entschloss ich mich dazu, ein Posting an die Welt zu senden – als Whistleblower, Landesverräter und Kanalratte:
Hilfe! Wir stecken in der Scheiße fest!

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